Bring mich zum Rasen: Von Rollrasen, Wiese und Co.

Bring mich zum Rasen: Rollrasen, Wiese und Co.

Von der blühenden Wildwiese bis zum perfekten, englischen Rasen gibt es viele Arten von Wiesen. Gemeinsam haben sie viele – Natürlich braucht man das richtige Saatgut, aber vor allem viel Ruhe und Geduld.

Um Ihren Rasen zu pflegen, können wir mähen, bewässern – vielleicht manchmal auch vertikutieren.
Vielleicht empfiehlt sich auch eine komplette Neuanlage Ihres Rasens?

Achten Sie hierbei auf die richtige, standortgerechte Grasmischung (Auf Sortenangaben auf der Packung achten, mindestens drei verschiedene sollten es sein! Mehr dazu weiter unten)

Außerdem lohnt sich fast immer eine Bodenverbesserung. Das erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und die Drainage zu erhöhen und bietet den zarten Pflänzchen eine üppige Nährstoffgrundlage. So bekommt Ihre Wiese oder Ihr Spielrasen eine wertvolle Starthilfe.

Oft erhalten wir Anfragen zu Rollrasen. Natürlich könnten wir einfach am Telefon einen soliden Preis machen und den Auftrag abwickeln. Dann sieht der Rasen wahrscheinlich nach einem, spätestens zwei Jahren, aus wie die meisten Rollrasen: löchrig und vermoost.

Gras ist nicht gleich Gras

Wie kommt das? Wir schauen uns zunächst einmal eine Wiese in freier Wildbahn an. Auch wenn der Laie zwischen verschiedenen Gräsern kaum unterscheidet – eine Rasengesellschaft setzt sich aus vielen verschiedenen Arten zusammen. Die in der Natur vorkommende Artenzusammensetzung orientiert sich an den Gegebenheiten des Standorts. Es gibt Trocken- und Feuchtwiesen, Wiesen auf sandigem und auf schwerem Boden sowie Gräser, die kaum und welche, die mehr Schatten vertragen können. Auch die Höhe variiert von niedrigwüchsigen Gräsern über mittelhohe bis hin zu sehr hoch wachsenden. Diese werden dementsprechend unterteilt in Unter-, Mittel- und Obergräser. Eine stabile Grünlandgesellschaft hat schnell eine Artenvielfalt von 30 und viel mehr Arten.

Verglichen mit der Artenvielfalt eines Rollrasens kommen Sie ins Staunen: Dieser besteht meist nur aus einer einzigen Art in Monokultur: Lolium perenne. Eine einzige Grasart jedoch kann nicht die Fähigkeiten einer artenreichen Wiese ersetzen.

Weidelgras

Lolium perenne (Deutsche Weidelgras/Englisches Raygras) zählt zu den Untergräsern; es verträgt gut den frühen und häufigen Schnitt und ist auch sehr trittfest, weil es sich stark vegetativ vermehrt. Doch mäht man es zu kurz, wirkt sich das ungünstig auf die Speicherfunktion des Grases aus. Das Weidelgras zeigt dort, wo es wächst – nämlich fast überall -, frische, stickstoffreiche und sonnige Standorte an. Sein Problem ist die Kurzlebigkeit im Vergleich zu anderen Grassorten. Es erobert schnell neue Standorte (Ammenfunktion), wird aber mit der Zeit durch andere Gräser zurückgedrängt. Auch bei zuwenig Licht weicht das Weidelgras zurück. Lolium wurzelt eher flach (je nach Bodenverhältnissen und Witterung um die 30 cm). Dort wo die Böden im Sommer trocken fallen, kann es die in tieferen Bodenschichten vorhandene Feuchtigkeit nicht erschließen. Zwar ist die Pflanze trockenresistent und treibt wieder aus, aber sind die Halme erst einmal vertrocknet, erobern den Platz andere Pflanzen, die gegen Trockenheit sehr gut gewappnet sind: Moose.

Was tun, damit das Grün gedeiht?

Damit Ihr Rasen lange schön bleibt, sind viele Dinge zu beachten: Vorab sollte ein Fachmann den Boden und die Lichtverhältnisse prüfen und ihnen dann ehrlich sagen, was machbar ist. Die Entscheidung orientiert sich sowohl am Standort als auch an den Ansprüchen, die sie an ihn stellen sowie Ihrer Bereitschaft, sich um Ihr Grün zu kümmern: Rollrasen zum Beispiel darf die erste Zeit kaum betreten werden und sollte regelmäßig gewässert, gemäht, gedüngt und vertikutiert werden, was neben den höheren Kosten auch noch ein Plus an Aufwand und eine Verminderung der Nutzbarkeit darstellt. Auch Spiel- und Sportrasen zum Beispiel ist äußerst pflegeintensiv, wenn er schön aussehen soll. Der Schattenrasen hingegen ist viel weniger pflegeintensiv, es gibt jedoch ein anderes Handicap: Schnitt, Schritt und Tritt vertragen die dafür einzusetzenden Grassorten kaum!

Es ist auch für uns oftmals eine Verlockung, einen nackten Offenboden von heute auf morgen sofort zu begrünen. Aber unser Ziel ist Ihre Zufriedenheit, auch längerfristig. Daher möchten wir Ihnen nur Pflanzen vermitteln, die auf ihrem Standort wachsen und gedeihen können. In der Natur braucht eben alles seine Zeit. Und die Anlage eines Rasens, einer komplexen und funktionierenden Pflanzengemeinschaft; das ist eben mehr als eine Bestellung bei einem Drive-In. Nehmen Sie sich Zeit; lassen sie sich durch uns beraten, damit Ihre Freude an Ihrem Garten genauso wächst wie die Pflanzen darin!

Jan Landen Ihr Ingenieurbüro für Baum und Garten

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