Baumkataster

Warum ein Baumkataster?

Die  der Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht einzelner Bäume lässt sich auf überschaubaren Baumbeständen durch einzelne Stellungnahmen und Gutachten dokumentieren (Grundlagen Baumkontrolle).

Je mehr der einzelne Baum aus dem Blickfeld des Eigentümers fällt, um so wichtiger ist es, die Ergebnisse der regelmäßigen Baumkontrollen zu dokumentieren. Auch wenn es pragmatisch und kostengünstig erscheint, ist es aber unzureichend, Baumkontrollen direkt mit der Maßnahmenausführung zu verknüpfen, insbesondere, wenn die Dokumentation sich nur auf die ausgeführten Maßnahmen beschränkt. 

Beispiel aus der Praxis: Eine Firma gibt an, die Gefahrenquellen einer Baumgruppe zu beseitigen. Auch wenn sie zertifizierte Baumkontrolleure haben und zertifizierte Baumpfleger (vgl. Qualifikationsprofile) kann es vorkommen, dass sie aus verschiedenen Gründen ein Schadbild nicht erkennen konnten. Da auch von weniger großen Bäumen durchaus Gefahren ausgehen können, ist es wichtig, zu dokumentieren, dass man die Bäume gemäß den Richtlinien der FLL kontrolliert oder gar untersucht hat. Die oben beschriebene Herangehensweise beschränkt sich nur auf die von den ausführenden erkannten Schadbildern.

Nicht alle Schadbilder sind erkennbar und auch ein erfahrener Kontrolleur kann einen Hinweis übersehen oder im Nachhinein falsch eingeschätzt haben. Wichtig ist aber, dass der Baum erfasst wurde und erkannte Schadbilder im Hinblick auf die eventuelle Einschränkung der Verkehrssicherheit beurteilt wurden, um etwaige Maßnahmen abzuleiten. Unterbleibt die Dokumentation wird es dem Eigentümer im Schadensfall schwer fallen nachzuweisen dass er seine Kontrollpflicht erfüllt hat. Er rückt somit dem Vorwurf der Fahrlässigkeit oder groben Fahrlässigkeit nahe.

Mit zunehmender Größe des Baumbestandes macht es Sinn, die Daten elektronisch zu verwalten. Insbesondere deshalb, weil ein Kataster nur so gut ist, wie es aktuell gehalten wird. Die Datenpflege wird allgemein weit unterschätzt und es ist keine Ausnahme, dass längst gefällte Bäume immer wieder in Ausschreibungen auftauchen.

Es gibt bereits sehr viele Softwareanbieter für Baumkataster in verschiedenen Preisklassen deren besonderer Vorteil die genaue Verortung der Bäume mittels GPS ist. Auch wenn es zunächst einmal ein großer Schritt ist, lohnt es sich durchaus, die Software mit den Daten in eigenen Händen zu halten:

Sie sind nicht auf den eine/n Kontrolleur/in angewiesen

Sie können individuelle Anpassungen vornehmen

Sie entscheiden über die verwendete Software

 

 

 

Sicherheitserwartung

Alterungsphase

 

Erst durch das systematische Dokumentieren der Baumkontrollen und der Maßnahmenausführung ist ein Nachweis erbracht. So sind Sie vom Vorwurf der Fahrlässigkeit sicher und privatrechtlich nicht mehr haftbar.

Herangehensweise: Erfassung der Grundlagen, Analyse des Baumbestands, Erarbeiten einer zukunftsfähigen Lösung , die den Anforderungen der modernen Baumkontrolle gerecht wird.

Beispiel: Baumbestand XY
 Es handelt sich um Wald im Sinne des Landeswaldgesetzes. Im Wald hat der Besucher mit den waldtypischen Gefahren zu rechnen. Da der Wald aber mit seinem Wegenetz der Naherholung  zuzurechnen ist, besteht eine erhöhte Sicherheitserwartung.
 Der Baumbestand – überwiegend heimische Laubbaumarten – ist grundsätzlich vital und in der Alterungsphase, es ist also wichtig, ab jetzt sorgfältig zu kontrollieren.

Einzelkontrolliert werden sollten alle Bäume ab einem Brusthöhendurchmesser ab 25 cm (auf 1 m Höhe), sofern ihre Schädigungen durch eine allgemeine Maßnahmenbeschreibung nicht zu erfassen sind.

Als Geltungsbereich für die Anwendung der Baumkontroll-Richtlinien festgelegt ist der Bereich einer Baumlänge zu den Flächen, in denen ein Verkehr eröffnet ist.

Handlungsempfehlung
 Angesichts des Baumalters und der Sicherheitserwartung empfehlen wir die Anlage eines Baumkatasters, um die Kontrollen zu dokumentieren und die Maßnahmen zu koordinieren (z. B. mit der webbasierten Software iSiwebGIS des Entwicklers RIWA).

Sicherheit: Systematische und umfassende Erfassung der Bäume, Maßnahmen werden nach Dringlichkeit durchgeführt
 Nachweis: Der Baumbesitzer kann Zeitpunkt und Durchführung jeder Kontrolle und Maßnahme nachweisen
 Planbarkeit: Die jährlichen Regelkosten können ab dem zweiten Jahr gut geplant und budgetiert werden.
 Kostenkontrolle: Der Baumbesitzer kann Baumkontrollen und Maßnahmen ausschreiben und somit vergleichbare Angebote einholen.
 Kalkulation: Der Auftragnehmer kann sicherer und günstiger kalkulieren, weil die geforderte Leistung klar formuliert ist
 Überwachung: Der Baumbesitzer hat jederzeit im Blick, wann erneute Kontrollen erforderlich werden oder ob angeordnete Maßnahmen durchgeführt wurden.

Technisch gibt es drei Möglichkeiten:
 1. Eigenerwerb einer geeigneten Software + Erstaufnahme/Einpflegen der Daten durch externen Baumkontrolleur (lohnt sich bei 200 Bäumen nur bedingt)
 2. „Leasing“-Modell: Beauftragung eines externen Kontrolleurs mit Software + Erwerb einer Viewer-Lizenz.
 3. Nutzung der jeweiligen Software des externen Kontrolleurs: Der Auftraggeber schließt einen Beratervertrag ab und erhält die Daten, bei Wechsel des Beraters müssen die Daten neu erhoben oder eingepflegt werden.

Da Sie sicher noch Fragen haben werden, bieten wir Ihnen gerne kurzfristig ein Beratungsgespräch an (Kosten 200,00 € pauschal zzgl. MwSt., wird bei Beauftragung verrechnet), um ein passendes Konzept auf der Basis dieses Schreibens an für Sie zu erarbeiten.

Mit besten Grüßen

 

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