Astbruch

Astbruch im Winter

Durch die Schneemassen, die jetzt schon im November gefallen sind, kommt es immer wieder zu Astbrüchen.

Betroffen sind vor allem Kiefern, Douglasien und Zedern. Durch die Nadeln bieten die Koniferen – Lärchen ausgenommen – dem Schnee viel Auflagefläche. Gleichzeitig sind die oben erwähnten Bäume bei Frost besonders brüchig. Sie brechen plötzlich und ohne Vorwarnung und fallen mit dem Schnee oft tonnenschwer.

Vorsichtsmaßnahmen

In den Straßenraum ragende Äste sollten daher durch Abklopfen des Schnees entlastet werden – etwa mit einer Stange.
Das betrifft übrigens für alle Baumarten, die durch die Schneelast in einem Bereich von unter 4 Meter Höhe in den Straßenraum ragen. Das „Lichtraumprofil“ ist in einem Bereich von 4 Metern von hindernden Ästen freizuhalten, um die Durchfahrt nicht zu behindern. Das gilt auch für kleinere, wenig befahrene Wege, Stichwort: Feuerwehrzufahrt …

Trockenstress

Gerade bei lang anhaltenden und harten Frostperioden kommt es aber auch zu Astbrüchen ganz ohne Schneelast. Gesunde Äste brechen plötzlich aus der Krone, obwohl sie kaum einer Last ausgesetzt sind.
Es handelt sich hierbei um „Astabstoßen bei Trockenstress“:
Durch den Frost ist das Wasser im Boden gebunden, der Baum kann es nicht nutzen. Besonders Eichen, aber auch Buchen, Eschen und andere Laubbäume können darauf mit einem ganz besonderen Phänomen reagieren: Der Möglichkeit des Blattabwurfs sind sie im Winter beraubt, sie schrumpfen stattdessen die Holzzellen an den Ansätzen bestimmter Äste. Das Holz an diesen Stellen wird brüchig – Die Äste werden regelrecht abgestoßen. Nun reicht das Wasser zum Überleben für den verbleibenden Teil der Krone.

Generell sind die meisten „Frostschäden“ tatsächlich keine Erfrierungen: Die Pflanzen vertrocknen vielmehr in den gefrorenen Böden. Daher ist auch von Gehölzschnitten während der tiefen Frostperioden dringend abzuraten. Wenn sich die Schnittstellen in der Sonne erwärmen, kann Wasser aus der Wunde austreten. Bleibt der Boden dabei gefroren, entsteht in der Pflanze ein Defizit.

Risse im Holz

Ein weiteres Phänomen, welches in einem kalten Winter auftreten kann, sind Frostrisse. Wenn die Sonne in den Morgenstunden nach einer eisigen Nacht den Stamm eines Baumes bescheint, kommt es zu extremen Temperaturunterschieden.
Das gefrorene Holz wird schnell erwärmt und dehnt sich außen schneller aus als im kälteren Stamminneren. Bei diesen Spannungen kann das Holz reißen – mit einem lauten Knall. Im darauffolgenden Sommer wird der Baum versuchen, diesen Riss von beiden Seiten zu überwallen (=überwachsen). Aber geschwächt durch den ersten Riss ist er für weiteres Reißen im nächsten Winter besonders anfällig. Er überwallt den Riss von Jahr zu Jahr und es kommt so zu einer brettförmigen Überwallung, der sogenannten Frostleiste. Die Stabilität des Baums ist in der Regel nicht gefährdet, es handelt sich meist um eine kleine Verletzung.

Bis bald und frostige Grüße aus Köln
Ihr

LANDEN Ingenieurbetrieb
Gartenbau Baumpflege Fällung

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